911. An Schiller

[Weimar,] Den 8. März 1803

Mögen Sie wohl beiliegende Austheilung nochmals beherzigen und, nach gegenwärtigen Umständen revidiren, da Schall abgeht und Zimmermann, Oels und Brandt antreten. Ob der letzte bis dahin brauchbar seyn wird, ist eine Frage. Einen Bauerbräutigam sollte er immer vorstellen lernen. Wie ist der Spaziergang durch Europa bekommen?

G.

H 892 | S 900 | B 904

910. An Goethe

[Weimar, vor dem 8. März 1803]

Wenn für die nächsten Monate noch auf Graff kann gezählt werden und sonst keine Lücke in dem Personale entsteht, so ist das Stück möglicherweise zu besetzen. Gewinnen würde es freilich, wenn die Jagemann sich noch zur Sorel entschließen wollte. Ich will Ihnen die Besetzung wie ich mir sie ausgedacht, heute noch zuschicken. Was das Publicum etwa an den einzelnen Leistungen vermißte, müssen wir durch ein gutes Ensemble zu ersetzen suchen.

Sch.

H 893 | S 899 | B 903

909. An Goethe

[Weimar, vor dem 8. März 1803]

Vorsichtshalber bitte ich Sie das Theater-Exemplar der Braut von Messina sich ausliefern zu lassen. Ich weiß daß hier Jagd darauf gemacht wird und die Anzeigemacher könnten desselben benöthigt seyn.

Ich habe meine alten Papiere über die Maltheser vorgenommen, und es steigt eine große Lust in mir auf, mich gleich an dieses Thema zu machen. Das Eisen ist jetzt warm und läßt sich schmieden.

Sch.

H 891 | S 898 | B 902

908. An Schiller

Weimar, am 28. Februar 1803

Ich will also meine Gesellschaft morgen aufgeben und nur etwas Musik zur Probe machen; denn mich verlangt gar sehr den neuen Tenoristen, so wie die neue Composition vom Reiterlied zu hören.

Über die gestrige Leseprobe hoffe ich bald mit Ihnen zu sprechen, so wie man Donnerstag oder Freitag eine bei mir halten kann, wozu ja vielleicht Ihre Frauenzimmer kämen, und man sonst noch einen Freund einlüde, damit, zugleich mit diesem Geschäft, eine gesellige Unterhaltung entstünde, an der es ohnehin mitunter bei uns gebricht.

Mögen Sie, wenn Sie heute Abend nicht gar zu spät fertig werden, noch auf ein Stündchen bei mir einsprechen, so werden Sie mir willkommen sein.

G.

H 890 | S 897 | B 901

907. An Goethe

[Weimar, 28. Februar 1803]

Es ist gestern für eine Leseprobe recht ordentlich gegangen. Der Chor wird, wie ich augurire, gut gesprochen werden und Effect machen. Über einige Dinge, worüber ich Sie bitte gemeinschaftlich mit mir zu halten und zu wachen, mündlich.

Mein Schwager hat schon vor drei Tagen die Reußische Familie auf morgen zum Thee bei sich eingeladen und würde es also sehr bedauern, wenn Ihre Abendgesellschaft morgen zu Stande käme. Da auch die zweite Leseprobe der Braut bald möglichst vor sich gehen muß, so entschließen Sie sich vielleicht, Ihre Gesellschaft acht Tage später anzusetzen, oder auf den Donnerstag zu verlegen. Ein paar Worte bitte ich mir, wegen dessen und auch wegen der Leseprobe, zur Antwort aus. Diesen Abend werde ich spät fertig werden, weil ich Exemplare der Braut, die für Berlin und Hamburg abgeschickt werden, noch durchcorrigiren muß. Leben Sie recht wohl.

Sch.

H 889 | S 896 | B 900

906. An Goethe

[Weimar, den 27. Februar oder März 1803]

Die Frau würde recht gerne zugegen sein, wenn sie sich nicht seit gestern von einem heftigen Rheumatism geplagt fühlte, weswegen sie auch gestern nicht in der Komödie war. Vielleicht sieht Mlle Jagemann sie einen Augenblick, wir wollen es übrigens schon ziemlich und artig einrichten, daß die Verhältnisse ihr Recht erhalten. Leben Sie recht wohl, ich werde Ihnen morgen von dem Erfolg Bericht abstatten.

Sch.

Nicht bei H, zitiert nach S

H – | S 175 | B 176

905. An Schiller

Weimar, den 12. Februar 1803

Die Mohrin wird heut über acht Tage schon gegeben werden können. Ich melde das, damit Sie etwa das Theaterexemplar des Trauerspiels gefällig beschleunigen und die Rollen in der nächsten Woche abgeschrieben werden können. Man hielte alsdann den 22sten oder 24sten Leseprobe, welches ein großer Vorsprung wäre.

Mögen Sie morgen Mittag mit mir essen? Schelling kommt wahrscheinlich herüber. Mündlich alsdann mehr.

G.

H 888 | S 894 | B 898

904. An Goethe

[Weimar, 8. Februar 1803]

Wir werden uns heute Abend nach dem Concerte sämmtlich bei Ihnen einstellen und uns freuen etwas Schönes zu sehen und zu hören.

Der Schlitten wird mir und meiner Frau um halb Eins recht willkommen seyn. Früher habe ich, da ich spät aufgestanden, noch einige Geschäfte zu expediren.

Der Chor hat sich bereits in einen Cajetan, Berengar, Manfred, Bohemund, Roger und Hippolyt, so wie die zwei Boten in einen Lanzelot und Olivier verwandelt, so daß das Stück jetzt von Personen wimmelt.

Sch.

H 887 | S 893 | B 897

903. An Schiller

Weimar, den 8. Februar 1803

Könnte ich bald erfahren, ob Sie heute Abend, eingeladenermaßen, zu mir kommen? Ob nach dem Concert oder früher?

Mögen Sie bei dem schönen Wetter Schlitten fahren, so schicke ich das Fuhrwerk gegen Mittag.

G.

H 886 | S 892 | B 896

902. An Goethe

[Weimar, 5. Februar 1803]

Die gestrige Vorlesung, von der ich mir eine sehr mäßige Erwartung machte, weil ich mir mein Publicum nicht dazu auswählen konnte, ist mir durch eine recht schöne Theilnahme belohnt worden, und die heterogenen Bestandtheile meines Publicums fanden sich wirklich in einem gemeinsamen Zustande vereinigt. Die Furcht und der Schrecken erwiesen sich in ihrer ganzen Kraft, auch die sanftere Rührung gab sich durch schöne Äußerungen kund; der Chor erfreute allgemein durch seine naiven Motive und begeisterte durch seinen lyrischen Schwung, so daß ich, bei gehöriger Anordnung, mir auch auf den Brettern eine bedeutende Wirkung von dem Chore versprechen kann.

Ich habe Beckern mit zu der gestrigen Vorlesung eingeladen; Sie können also, wenn Sie ihn sprechen, abnehmen, wie sich diese neue Erscheinung in seinem Theaterkopfe darstellt. Er war sehr hingerissen und ist von der theatralischen Wirkung des Chors überzeugt.

Das Exemplar aus welchem ich gestern vorlas, muß ich, der Verhältnisse wegen, dem Herzog schicken, weil er erwarten kann, unter den Ersten zu seyn, denen ich das Stück mittheile, und meine gestrige Vorlesung davon sprechen gemacht hat. Vielleicht kann ich Ihnen doch noch vor Abend ein anderes Exemplar verschaffen. Alsdann wollen wir, wenn es Ihnen recht ist, etwa morgen Mittag zusammenkommen und darüber conferiren; denn ich wünschte das Stück, wenn es die Bühne betreten soll, bald möglichst zu diesem Gebrauche einzurichten, um es auch nach Berlin, Hamburg und Leipzig versenden zu können.

Daß Sie den Cellinischen Anhang so weit fertig gebracht, höre ich sehr gerne; es ist in dieser Art von Arbeiten so etwas Endloses, weil sie ihrer Natur nach atomistisch sind und sich schwer in eine Form bringen lassen.

Was Ihre freundliche Einladung betrifft, so will ich meinen Schwager erst vernehmen, welchen Abend er frei hat, und Ihnen noch heute Antwort sagen.

Leben sie recht wohl.

Sch.

H 885 | S 891 | B 895