Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe

147. An Schiller

Weimar, 27. Januar 1796

Mit der ganzen Sammlung unserer kleinen Gedichte bin ich noch nicht zu Stande; hier kommt einstweilen mein Beitrag von dieser Woche. Wenn wir unsere vorgesetzte Zahl ausfüllen wollen, so werden wir noch einige unserer nächsten Angelegenheiten behandeln müssen, denn wo das Herz voll ist, geht der Mund über, und dann ist es eine herrliche Gelegenheit die Sachen aus der Studirstube und Recensentenwelt in das weitere Publicum hinaus zu spielen, wo dann einer oder der andere gewiß Feuer fängt, der sonst die Sache hätte vor sich vorbeistreichen lassen.

Mir fangen diese Tage an recht bunt zu werden; man übernimmt immer mehr als man ausführen kann. Leben Sie recht wohl und grüßen Sie Ihre liebe Frau.

G.

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