Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe

248. An Schiller

Weimar, den 26. November 1796

Auf einem Kartenblatt finden Sie hier beiliegend einige Bemerkungen zu den Xenien; vielleicht können Sie noch Gebrauch davon machen.

Humboldts werden erst Dienstag wieder von Erfurt hierher kommen und zu Mittag mit mir essen; ich wünschte Sie könnten sich entschließen an gedachtem Tage mir Ihrer lieben Frau herüber zu kommen. Sie blieben die Nacht hier und führen Mittwoch wieder mit Humboldts zurück. Die gegenwärtige Witterung fordert fast ein so heroisches Unternehmen.

Da ich nicht sehe, daß ich sobald einige Zeit bei Ihnen zubringen kann, so komme ich vielleicht nur auf einen Tag; denn es sind gar viele Dinge bei denen ich den Mangel Ihrer Theilnahme spüre.

Ich lege einen Brief von Humboldt bei, der Ihnen Freude machen wird. Es ist doch sehr tröstlich, solche theilnehmende Freunde und Nachbarn zu haben; aus meinem eignen Kreise ist mir noch nichts dergleichen zugekommen. Leben Sie recht wohl und nehmen meine Einladung zu Herzen.

G.

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