Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe

221. An Goethe

Jena, 10. Oktober 1796

Hoffmann in Weimar steht bereits auf dem Cotta’schen Speditionszettel; Sie können ihm also, auch dem Industrie-Comptoir, wenn es welche haben will, Exemplare des Almanachs auf Rechnung abliefern lassen. Sie sind so gütig und bemerken auf beiliegenden Preiszetteln wie viel Exemplarien an beide Handlungen abzugeben sind, und lassen einen Empfangschein für mich geben. Sollten Velin- oder holländische Exemplarien gewünscht werden, so müßte ich das Mittwoch früh spätestens erfahren.

Zugleich sende ich einen Vorrath von Melodien; was zu viel ist, werden Sie so gütig seyn mir auf den Sonnabend zurückzusenden.

Von hiesigen Buchhandlungen sind nunmehr zwei und siebenzig Exemplare verlangt und abgegeben worden. Gehen in Weimar achtundzwanzig ab, so sind wir in diesen zwei Orten, die etwa zwölftausend Menschen enthalten, hundert Exemplare los geworden. Es wird interessant seyn, den actuellen Zustand der poetischen Lectüre in deutschen Städten aus diesen Beispielen zu ersehen. Ich bin überzeugt, daß in Thüringen und im Brandenburgischen, vielleicht noch in Hamburg und umliegenden Orten, der dritte Theil unserer Leser und Käufer sich finden wird.

Ich bitte sehr um den Rest der Decken. Hirts Aufsatz sende ich morgen. Den Abdruck des Kupfers will ich an Cotta vor der Kupferplatte voran laufen lassen.

Heute geht das zweite Drittheil der ganzen Auflage des Almanachs nach Leipzig ab.

Leben Sie recht wohl und schreiben mir bald wieder, mich zu erquicken und zu stärken.

Sch.

H 222 | S 220 | B 221