720. An Goethe

[Weimar, den 13. Januar 1800]

Leider bin ich heut in keiner rechten Verfassung, die vorgeschlagene Partie anzunehmen. Ich habe die Nacht nicht geschlafen und bin erst seit zwölf Uhr eingeschlafen*. Der Kopf ist mir auch sehr wüst von der Schlaflosigkeit. Eine lebhafte Beschäftigung mit dem Macbeth, dem ich gestern noch spät nachdachte, hat mich erhitzt. Wir wollen also das zu Besprechende bis morgen versparen, wo ich der Probe mit einem hellern Kopf, als ich heute habe, beizuwohnen hoffe. Leben sie recht wohl.

Sch.

H | S | B

* So H, recte: aufgestanden

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719. An Schiller

Weimar, den 13. Januar 1800

Ich komme, mich nach Ihrer Gesundheit zu erkundigen und habe allerlei Vorschläge zu thun.

Möchten Sie wohl mit in’s Schloß kommen? Es ist heute nicht kalt, und es geht keine Luft. Ich würde Sie im Schlitten abholen und Sie würden verschiednes sehen, das Sie interessiren müßte. Wir könnten alsdann wegen des Rests des Tages uns weiter besprechen.

Heute früh war die kleine artige Palmire bei mir, die sich’s wirklich recht angelegen seyn läßt. Wenn es möglich wird ihre klare Natur in den ersten Acten zu verschleiern, so kann es gut werden, für die letztern ist mir nicht bange.

Von Herrn von Wolzogen habe ich die Costums holen lassen, worunter sich manches Brauchbare befindet.

Mündlich mehr, besonders über meine wunderliche Empfindung, da ich heute anfing die Iphigenia zu lesen. Ich bin nicht weit hinein gekommen – doch ich will nicht anfangen zu reden, weil so mancherlei zu sagen ist.

Leben Sie wohl. Ich kann Sie gleich abholen, wie Ihre Antwort zu mir zurückkehrt.

G.

H 710 | S 709 | B 712

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718. An Goethe

Weimar, den 11. Januar 1800

Ich bin neugierig zu vernehmen, wie Sie mit der gestrigen Leseprobe zufrieden sind. Da ich erst um halb neun Uhr von dem Thee der Herzogin kam, so wollte ich so spät nicht mehr incommodiren. Wie halten Sie es mit dem heutigen Tag? Ich wollte in die Oper gehen, vielleicht sehe ich Sie dort, oder vorher, wenn Sie an meinem Hause vorbei kommen.

Sch.

H 709 | S 708 | B 711

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717. An Goethe

Weimar, den 9. Januar 1800

Es ist mir nicht lieb, daß die Probe um einen Tag später ist, sie wird mit einem Theebesuch, den ich morgen bei der regierenden Herzogin zu machen habe und schon zugesagt, in Collision kommen, und doch wär’ ich gern dabei gewesen.

Mit den Stanzen bin ich noch nicht ganz im Reinen, da ich gestern Abend nicht, wie ich gewünscht hatte, allein war. Eben bin ich daran, und um mich nicht zu unterbrechen, will ich mir die vorgeschlagene Partie auf ein andermal ausbitten. Heute Abend stelle ich mich ein.

Sch.

H 707 | S 707 | B 710

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716. An Schiller

Weimar, den 9. Januar 1800

Gestern übereilte ich mich, als ich Sie auf heute zur Leseprobe einlud. Sie ist erst morgen. Mögen Sie den heutigen Abend mit mir allein zubringen, so sind Sie schönstens eingeladen. Wie sieht es mit den Stanzen aus?

Wollten Sie eine Stunde spazieren fahren, so hole ich Sie um zwölf Uhr mit dem Schlitten ab.

G.

H 706 | S 706 | B 709

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