737. An Goethe

[Weimar, den 22. März 1800]

Ich bedaure Ihre Unpäßlichkeit recht herzlich und hoffe, daß sie sich bald geben soll. Sobald ich mir nur irgend einigen Muth erwecken kann, aus dem Haus zu gehen, so besuche ich Sie. Vielleicht ist die Luft morgen etwas milder und die Sonne scheint, dann kann ich es vielleicht wagen.

Es hat mich gefreut die vier Jahrszeiten nun complet zu finden. Die Auskunft die Sie getroffen, ist sehr gut, und wenn Sie allenfalls unter die, zum Herbste, zusammengestellten Distichen noch eins oder das andere einstreuen wollten, das eine leichtfaßliche Beziehung auf die Jahrszeit hätte, so würde nichts mehr zu wünschen seyn. Die Distichen will ich indeß genau ansehen, und mündlich wollen wir uns dann darüber besprechen.

Leben Sie recht wohl für heute. Meine Frau wünscht Ihnen von Herzen baldige Besserung.

S.

H 730 | S 727 | B 730

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736. An Schiller

Weimar, den 22. März 1800

Ihrem Rath zu Folge habe ich noch einen Herbst zusammen gestoppelt und schicke hier die vier Jahrszeiten, zu gefälliger Durchsicht. Vielleicht fällt Ihnen etwas ein, das dem Ganzen wohl thut, denn was mich betrifft, so finde ich mich in gar keiner poetischen Jahrszeit.

Leider werde ich mich einige Tage zu Hause halten müssen, denn der Doctor dringt auf eine Cur, der ich schon eine ganze Weile ausgewichen bin. Es wäre recht schön, wenn Sie nun wieder so weit wären, daß Sie mich besuchen könnten. Leben Sie indessen recht wohl.

G.

H 728 | S 726 | B 729

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735. An Schiller

Weimar, den 16. Februar 1800

Ich freue mich sehr, daß die Aderlässe gut bekommen ist.

Anbei schicke ich das englische Lexikon. Für das übrige will ich sorgen.

Von den Piccolominis habe ich nichts Bedeutendes gehört als was wir wissen, Zuschauer waren 422.

Vielleicht besuche ich Sie gegen sechs Uhr. Nach sieben Uhr muß ich mich wieder entfernen.

G.

H 725 | S 725 | B 728

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734. An Schiller

Weimar, den 14. Februar 1800

Mögen sie uns heute um sechs Uhr besuchen, sollen Sie uns herzlich willkommen seyn.

Ich wünschte daß Sie Meyers Wallenstein auf der jetzigen Stufe der Ausführung sähen; indem man so ein Bild werden sieht, weiß man zuletzt eher was es ist.

Auch wünschte ich den Schluß Ihres Macbeths zu vernehmen und durch freundschaftliche Mittheilung an Lebenslust zu gewinnen.

G.

H 724 | S 724 | B 727

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733. An Schiller

Weimar, den 12. Februar 1800

Mögen Sie heute Abend nach geendigtem Schauspiel sich zu mir verfügen, so sollen Sie, nach einer halben* Viertelstunde einen deutlicheren Begriff von den Mondshöhen und Tiefen mit hinwegnehmen, so wie es mich sehr freuen wird Sie nach einer so langen Pause wieder bei mir zu sehen.

G.

H 723 | S 723 | B 726

* So H, recte: kalten

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