744. An Schiller

Weimar, den 5. April 1800

Schlegel empfiehlt sich und sendet Beikommendes.

Gehen Sie in’s Schauspiel oder besuchen Sie mich vielleicht? Ihr Entschluß wird den meinen bestimmen.

Auf morgen Mittage möcht’ ich Sie einladen. Geheimerath Voigt wird wohl da seyn, vielleicht auch Wieland.

Leben Sie wohl und thätiger als ich seyn kann. Es gelingt mir keine Periode, geschweige eine Strophe.

G.

H 740 | S 734 | B 737

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743. An Schiller

Weimar, den 3. April 1800

Hier der Schluß von Macbeth worin ich nur wenig angestrichen habe. sehe ich Sie denn etwa1) heute bei mir? Meine Zustände sind nicht die besten.

G.

H 739 | S 733 | B 736

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742. An Goethe

[Weimar, den 27. März 1800]

Ich bin diesen Nachmittag mit Correcturen, Revisionen und andern Besorgungen so überhäuft worden, daß es darüber später Abend geworden ist, und zu einem Besuche zu spät seyn dürfte. Leider habe ich die schöne Luft nur vom Fenster aus genossen, aber auch so mich sehr daran gelabt.

Für das Überschickte danke ich. Es soll mir heut Abend, statt des Verfassers, zu einer angenehmen Unterhaltung* dienen. Schlafen Sie recht wohl.

Sch.

H 733 | S 732 | B 735

* So H, recte: Gesellschaft

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741. An Schiller

Weimar, den 27. März 1800

Ich wünsche daß Sie diesen schönen Tag mögen in freier Luft genossen haben, und da ich die Hoffnung aufgeben muß Sie heute zu sehen, so schicke ich noch einiges mit Bitte um freundschaftlichen kritischen Antheil.

G.

H 734 | S 731 | B 734

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740. An Goethe

Weimar, den 24. März 1800

Die gewaltsame Wirkung der Luft auf mich hat mich gestern ein wenig erschreckt und das Treppensteigen, besonders in meinem Hause, bei meiner Zurückkunft, hat mich sehr angegriffen. Wenn ich, wie ich hoffe, meine Furchtsamkeit überwinden kann, so besuche ich Sie gewiß. Es wird auf den Augenblick ankommen.

Die Theaterreden sind ein recht interessanter Beitrag zu den Gedichten. Sie haben alle einen eigenen und dabei durchaus so hübsch häuslichen Charakter, daß sie dadurch reizen und anziehen. Was ich gestern auf den gedruckten Bogen Neues fand, hat mich auch recht erfreut.

Da Sie, wie Sie gestern sagten, die noch ungedruckte Elegie, welche so viel persönliche Beziehung auf Sie selbst hat, mit abdrucken lassen und mit diesen geselligen und gefälligen Theaterreden schließen wollen, so möchte ich um so weniger rathen, das Publicum durch die abgerissene Erscheinung des Fragments aus dem Faust, von Oberons Hochzeit, scheu und irre zu machen. Überlegen Sie es wenigstens noch einmal, ob es nicht besser ist, es bei dem gutmüthigen Ton zu lassen, der in dem Ganzen der Sammlung einmal herrscht.

Meine Frau grüßt Sie bestens. Sie wird Ihrem Wunsch gemäß das heutige Stück noch einmal sehen.

Wollen sie mir den Bayard zu lesen verschaffen, so wird es mir sehr lieb seyn. Meyern viele Grüße.

Sch.

H 732 | S 730 | B 733

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