318. An Goethe

Jena, den 23. Mai 1797

Dank Ihnen für Ihr liebes Billet und das Gedicht! Dieß ist so musterhaft schön und rund und vollendet, daß ich recht dabei gefühlt habe, wie auch ein kleines Ganze, eine einfache Idee durch die vollkommene Darstellung einem den Genuß des Höchsten geben kann. Auch bis auf die kleinsten Forderungen des Metrums ist es vollendet. Übrigens belustigte es mich, diesem kleinen Stücke die Geistes-Atmosphäre anzumerken, in der Sie gerade leben mochten, denn es ist ordentlich recht sentimentalisch schön.

Ich wünsche Ihnen eine recht gute Nacht zu einem lustigen Abend, und möchte die schöne Muse, die bei Tage und wachend sie begleitet, sich gefallen lassen, Ihnen Nachts in der nämlichen, aber körperlichen Schönheit sich zuzugesellen.

Sch.

H 318 | S 318 | B 318

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3 Kommentare zu 318. An Goethe

wagener schreibt:
24. Mai 2012, um 11:44

Verehrte Redaktion,

ist es möglich, das Gedicht zu identifizieren, das Schiller in den höchsten Tönen preist?

Vielen Dank vorab – natürlich wieder für das wunderbare Projekt – und beste Grüsse H. Wagener

Werner schreibt:
24. Mai 2012, um 19:47

Ich vermute, es handelt sich um das Gedicht “Der Schatzgräber”
(http://de.wikisource.org/wiki/Der_Schatzgr%C3%A4ber_%28Gedicht%29).

Giesbert Damaschke schreibt:
27. Mai 2012, um 10:07

Stimmt, handelt es sich ;-)

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