725. An Goethe

[Weimar, den 20. Januar 1800]

Ich danke schönstens für das Überschickte. Sie sagen mir nicht was Serenissimus von der Iphigenia augurirt und geurtheilt hat. Diesen Abend werde ich nach sechs Uhr mich einstellen, nachdem ich die zwei ersten Aufzüge des Macbeth aus dem Rohen gearbeitet.

Von den Eckardtshausischen Künsten habe ich neulich bei der Herzogin Herdern mit großem Vertrauen und Lob sprechen hören; des Mannes selbst nahm er sich wenigstens sehr lebhaft an.

Ich lege hier eine Scene aus Wallenstein für Vulpius bei. Ich wählte die erste Scene Gordons mit Buttlern, wo von Wallensteins Jugend Notizen vorkommen, und die sich außer dem Zusammenhange leicht lesen läßt.

Leben Sie recht wohl.

S.

H 716 | S 715 | B 718

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724. An Schiller

Weimar, den 20. Januar 1800

Sie erhalten hiermit verschiedenes, ein Paket Siegellack umwickelt von dem Humboldtischen Brief, ingleichen die Iphigenia zurück, welche wohl schwerlich selbst durch die Künste des Herrn von Eckardtshausen, wie uns solche erst kürzlich durch den Reichsanzeiger offenbart worden, zu palingenesiren seyn möchte.

Es ist sehr freundlich daß Sie die Schauspieler morgen nach der Probe bewirthen mögen. Es kann dabei manches Zweckmäßige verhandelt werden, besonders da es ihrer nicht viel sind.

Wenn Sie mich heute Abend besuchen mögen, so soll es mich sehr freuen, da ich mich nicht in den besten Umständen befinde; hoffentlich bekommt Ihnen der niedrige Barometerstand desto besser.

G.

H 715 | S 714 | B 717

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723. An Schiller

Weimar, den 19. Januar 1800

Ich hatte gehofft Sie heute Abend bei mir zu sehen und war eben im Begriff Sie einzuladen. Doch in der Hoffnung daß Ihre Unterhaltung mit sich selbst auch künftig für uns erfreulich seyn wird, so will ich mich drein ergeben daß ich heute auf Ihre Unterhaltung Verzicht thun muß.

Gestern suchte ich Sie in der Loge in dem ersten und zweiten Act, und konnte nicht erfahren wo Sie hingerathen waren.

Leben Sie recht wohl. Morgen hören Sie bei Zeiten was von mir.

G.

H 714 | S 713 | B 716

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722. An Goethe

Weimar, den 19. Januar 1800

Ich sage Ihnen heute nur einen Gruß, da ich im Sinn habe mich zu Hause zu halten und bei meinem Geschäfte zu Haus zu bleiben, welches dieser Tage ein wenig laulicht gegangen ist. Morgen werde ich hören ob Sie den Abend zu Hause sind. Auf den Dienstag nach der Probe habe ich die Schauspieler vom Mahomet zu mir eingeladen.

Leben Sie recht wohl.

Sch.

H 713 | S 712 | B 715

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721. An Goethe

Weimar, den 15. Januar 1800

Ich dachte Sie heute Mittag oben beim Herzog zu finden, wo ich eingeladen war und sonst niemand fand. Nach der Tafel ging ich zu meinem Schwager und erfuhr bei meiner Nachhausekunft daß Sie hier gewesen. Ein wirklich einziger Fall in seiner Art, daß Sie mich nicht zu Hause trafen! Ich sage Ihnen heute bloß einen guten Abend, das andere morgen. Gearbeitet ist heute nicht viel worden, weil ich zu spät aufstand. Doch habe ich mich wieder mit dem Macbeth beschäftigt.

Sch.

H 711 | S 711 | B 714

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