832. An Schiller

Pyrmont, den 12. Juli 1801

Zu der Entschließung die Sie gefaßt haben wünsche ich von Herzen Glück; es ist recht schön daß Sie sich nach Norden bewegen, indeß ich im nordwestlichen Deutschland mich umsehe; wir werden alsdann manches einander mittheilen und die Zustände vergleichen können.

Da mich die Kur zu aller Arbeit untüchtig gemacht hat, so habe ich hier wenig Zufriedenheit genossen; doch darf ich manches guten und interessanten Gesprächs nicht vergessen. Der Prediger Schütz aus Bückeburg, Bruder der Frau Griesbach, ist ein sehr unterrichteter und angenehmer Mann; besonders merkwürdig ist es wenn man im Stillen eine Vergleichung zwischen ihm und seinen Geschwistern anstellt. Von andern persönlichen Erscheinungen mündlich.

Wenn ich von einem Resultate reden soll das sich in mir zu bilden scheint, so sieht es aus, als wenn ich Lust fühlte immer mehr für mich zu theoretisiren und immer weniger für andere. Die Menschen scherzen und bangen sich an den Lebensräthseln herum, wenige kümmern sich um die auflösenden Worte. Da sie nun sämmtlich sehr recht daran thun, so muß man sie nicht irre machen.

Was auch diese Expedition und Kur auf Geist und Leib für eine Wirkung haben mag, so fühle ich doch daß ich alle Ursache habe mich zu beschränken, und nur das Nächste und Nothwendigste vorzunehmen. Es wird mir also ganz angenehm seyn, irgend ein Engagement los zu werden; in ein neues hingegen möchte ich mich nicht gern einlassen; doch was wird sich alles zeigen, wenn wir wieder zusammenkommen und sowohl unser Erworbenes als unsere Kräfte berechnen.

Auf Hero und Leander bin ich recht neugierig, ich wünschte Sie hätten mir es mitgeschickt. Was Ihr Schauspiel betrifft, so weiß ich nicht, ob Sie von den Malthesern oder von dem untergeschobenen Prinzen sprechen, und ich werde also auf doppelte Weise überrascht seyn wenn Sie auch hierin vorwärts rücken.

Die Totalität des Pyrmonter Zustandes habe ich so ziemlich vor mir. Auf meiner Rückriese hoffe ich auch zu completiren was mir noch an Göttingen fehlt. Kassel werde ich mehr im Allgemeinen und nur von der Kunstseite zu fassen suchen, weil die Zeit zu einem Weitern nicht hinreicht.

Meine Acten sind übrigens sehr mager geblieben; die Badelisten und Komödienzettel machen den größten Theil davon aus.

Bei dem hiesigen Theater sind mehrere Subjecte die ein recht gutes Äußerliches haben und perfectibel scheinen. Die Gesellschaft ist im Ganzen eher gut als schlecht, doch bringt sie eigentlich nichts Erfreuliches hervor, weil der Naturalismus, die Pfuscherei, die falsche Richtung der Individualitäten, entweder zum Trocknen oder zum Manierirten, und wie das Unheil alle heißen mag, hier so wie überall webt und wirkt und das Zusammenbrennen des Ganzen verhindert.

Mich verlangt sehr auf die Schilderung die Sie uns vom Berliner Theater machen werden.

Der Herzog wird morgen oder übermorgen erwartet; wenn er sich eingerichtet hat, denke ich nach Göttingen zurückzugehen. Blumenbachs Schädelsammlung hat manche alte Idee wieder aufgeregt, und ich hoffe ein oder das andere Resultat soll bei näherer Betrachtung nicht fehlen. Professor Hofmann wird mich mit den kryptogamischen Gewächsen näher bekannt machen und dadurch eine starke Lücke in meinen botanischen Kenntnissen ausfüllen. Was ich für meine Farbenlehre auf der Bibliothek zu suchen habe, ist auch schon notirt und wird nun desto schneller zu finden seyn. Ich läugne nicht daß ich wohl ein Vierteljahr in Göttingen zubringen möchte, indem daselbst gar vieles beisammen zu haben ist.

 

Der Herzog ist nun angekommen und ist im Falle aller Ankommenden: er hofft und amüsirt sich, ich hingegen, als ein Abgehender, finde sehr mäßigen Gewinn, und die Weile will alle Tage länger werden. Ich sehe daher mit Sehnsucht meiner Erlösung entgegen, die sich wahrscheinlich Mittwochs den fünfzehnten ereignen wird. Von Göttingen schreibe ich noch einmal, wenn ich einigermaßen etwas zu sagen habe.

Leben Sie recht wohl und reisen Sie glücklich. Grüßen Sie die Ihrigen und gedenken mein.

G.

H 822 | S 822 | B 824

2 Kommentare

831. An Goethe

Weimar, den 28. Juni 1801

Wir haben mit großer Sehnsucht auf Nachrichten von Ihnen geharrt, und erst vorgestern, nachdem er fünfzehn Tage unterwegs gewesen, erhalte ich Ihren Brief aus Göttingen. Den meinigen hoffe ich durch eine Gelegenheit, die diese Woche von hier nach Pyrmont geht, schneller in Ihre Hände zu bringen. Das kalte Wetter vor vierzehn Tagen wird, wie ich fürchte, dem Anfang der Brunnenkur sehr ungünstig gewesen seyn und Sie zwingen, Ihren Aufenthalt dort zu verlängern. Es hat auch meine Gesundheit angegriffen und dem Fleiß geschadet. Für Cotta habe ich indeß noch eine Ballade, Leander und Hero, wirklich zu Stande gebracht, nebst noch einigen kleinern Gedichten, was ich Ihnen bei Ihrer Zurückkunft vorzutragen hoffe. Das Schauspiel fängt an sich zu organisiren, und in acht Tagen denke ich an die Ausführung zu gehen. Der Plan ist einfach, die Handlung rasch, und ich darf nicht besorgen, in’s Breite getrieben zu werden.

Aber auch mir droht eine lange Zerstreuung, denn mein Entschluß ist nun ernstlich gefaßt, in etwa drei Wochen an die Ostsee zu reisen, dort das Seebad zu versuchen und dann über Berlin und Dresden zurückzugehen. Viel Vergnügen erwarte ich mir zwar nicht von dieser Reise, ja in Berlin fürchte ich peinliche Tage, aber ich muß neue Gegenstände sehen, ich muß einen entscheidenden Versuch über meine Gesundheit machen; ich wünsche einige gute Theatervorstellungen, wenigstens einige vorzügliche Talente zu sehen und, da es keinen großen Umweg kostet, auch die alten Freunde wieder zu sehen. Meine Erwartungen sind so daß sie eher übertroffen, als getäuscht werden können. Übrigens hoffe ich auf den zehnten September wieder zurück zu seyn, denn ich werde schnell reisen, und mich nur zwölf Tage in Dobberan, eben so lang in Berlin und sechs Tage in Dresden verweilen. Bei meiner Zurückkunft hoffe ich Sie heiter und gesund wieder anzutreffen und vielleicht selbst an Wohlseyn gewonnen zu haben.

Was seit Ihrer Abreise neues hier vorgegangen, werden Sie sonst erfahren haben. Mit den Badischen Herrschaften war eine Frau von Hack hier, eine alte Bekanntschaft von Ihnen, die sich Ihrer mit Antheil erinnerte, und Sie in dem Bilde von Buri ganz wieder erkannte. Auch Knebel hält sich seit einigen Tagen mit seiner Frau hier auf, er soll sehr heiter und im übrigen ganz noch derselbe seyn.

Rochlitz aus Leipzig war hier; wie er sagt, so haben sie ihn aufgemuntert zu den Preisstücken zu concurriren; er hat wohl eine gute Intention, aber die Kräfte fehlen. Aus Leipzig hat er mir die fertige Hälfte eines Lustspiels zugesendet, und will meine Meinung wissen, ob es mit einiger Hoffnung und Wahrscheinlichkeit um den Preis kämpfen kann: denn wie er schreibt, könnte er es nicht ohne Aufopferung auf den bestimmten Termin vollenden, und möchte daher, wenn er ein Übriges thun soll, auch des Erfolgs gewiß seyn.

Das Stück ist, so weit es fertig, allerdings spielbar; es hat einige gute Theaterscenen, die ihre Wirkung nicht verfehlen werden, aber loben läßt sich’s nicht und noch weniger krönen, wenn es auch wirklich unter den Concurrenzstücken das beste seyn sollte; es ist zu trivial, schwach und geistlos. In der Verlegenheit, worin ich bin, ihm einen leidlichen Bescheid zu geben, werde ich mich etwas streng an die Aufgabe eines Intriguenstücks halten: denn was die zwei Acte Gutes und Piquantes haben, liegt in dem Spiel zweier lustigen Charaktere und keineswegs in der Intrigue. Ich werde ihn ermuntern das Stück zu vollenden, aber es nicht eigentlich zur Concurrenz um den Preis einzuschicken. Daß wir es spielen wollen und werden, kann ich ihm versprechen, und so steht es dann immer bei Ihnen, ob Sie es als ein Concurrenzstück ansehen wollen oder nicht.

Seckendorf schreibt mir aus Regensburg, daß unter der dortigen schlechten Truppe sich ein brauchbarer Schauspieler Namens Eugen befinde, der den Tenor singt, in der Opera die Buffons und im Schauspiel die ersten Liebhaber spielt. Für die letzteren Rollen mache ihn seine mittlere und untersetzte Figur zwar nicht besonders geschickt, aber er meint daß er es mit Kordemann und Heide wohl aufnehmen könne, ja den ersten um vieles übertreffe. Er habe dort wöchentlich zehn Gulden rheinisch, und könne von sechs Wochen zu sechs Wochen abgehen. Ich melde Ihnen dieses, weil Seckendorf doch eher zu tadeln als das Lob zu übertreiben pflegt, und an dem jungen Menschen doch etwas seyn muß, was vielleicht weiter auszubilden ist.

Weil es mit den Propyläen, wie mir Cotta versicherte, noch gar nicht fort will, und zu wenige Exemplare davon in Circulation kommen, wodurch also, wenn Sie auch ganz auf alle Einnahme großmüthig Verzicht thäten, immer der Zweck der Verbreitung leiden muß, so habe ich Meyern die Idee mitgetheilt, die Lit. Zeitung zum Canal zu machen, die Kunstbegriffe worauf es ankommt in Publicum zu bringen. Sie würden z. B. alle Vierteljahr sich eine Woche von der Lit. Zeitung ausbedingen und das Kunstwesen darin vornehmen. Die Kritik der neuesten Kunstwerke und Kunstschriften wäre das Vehikel für alles was man sagen will, und außer dem großen Vortheil einer allgemeinen Verbreitung gewänne man auch das, daß dem falschen Geschmack sein nichtiges Tribunal entzogen und dieses genöthigt würde für die gute Sache zu zeugen. Meyer ist auch meiner Meinung und wird bei seiner nächsten Zusammenkunft mit Ihnen ausführlicher von der Sache reden.

Jetzt sage ich Ihnen ein herzliches Lebewohl und wünsche, daß wir recht bald erfreuliche Nachrichten von Ihnen erhalten mögen. Die schönsten Grüße von meiner Frau und Schwägerin, und von Carln an Augusten.

Sch.

H 821 | S 821 | B 823

Keine Kommentare

830. An Schiller

Göttingen, den 11. Juni 1801

Ehe ich von Göttingen scheide, muß ich Ihnen doch ein Lebenszeichen geben. Es ist mir bisher sehr wohl gegangen, ich habe die merkwürdigsten Anstalten gesehen und den größten Theil der Professoren kennen lernen; man begegnet mir mit viel Neigung und gutem Willen, und ich gestehe, daß ich mich lange nicht so wohl und heiter befunden habe.

Die Anstalten sind höchst respectabel, doch werden Sie darüber, so wie über die Menschen erst mündlich von mir hören. Leider scheinen meine Acten auf dieser Reise nicht so anzuschwellen, wie auf der letzten nach der Schweiz; damals war ich freilich im Falle meine Kräfte an der Welt zu versuchen, jetzt will ich zufrieden seyn, wenn ich sie an ihr wieder herstelle. Kann ich indessen nicht zum Anschauen der Totalität des Göttingischen Zustands gelangen, so wird mir diese Reise von außerordentlichem Nutzen seyn; schon jetzt fühl’ ich, wie sich mein Geist bei Betrachtung dieser Zustände aufheitert.

Mein Reisegefährte August, welcher Carln schönstens grüßen läßt, ist auch Schuld an meinem mindern Fleiß, indem er mich zerstreut und manche Betrachtung ableitet; doch ist er sehr glücklich, er gewinnt in manchem Sinne, und auch mein Verhältniß gegen die Menschen wird durch ihn gelinder und heiterer, als es vielleicht außerdem hätte seyn können. Leben Sie recht wohl, grüßen Sie Ihre liebe Frau, und erfreuen Sie mich, wenn ich wieder komme, mit Früchten Ihres Fleißes.

G.

H 820 | S 820 | B 822

Keine Kommentare

829. An Schiller

[Weimar, den] 12. Mai 1801

Mögen sie heute halb Zwölf zu mir kommen, die bewußten Versuche sehen, und sodann eine Stunde mit mir spazieren fahren so wird es uns eine Freude seyn.

G.

H 819 | S 819 | B 821

Keine Kommentare

828. An Schiller

Oberroßla, den 28. April 1801

Ich habe diese Tage gerade das Gegentheil von Gesang und Tanzkunst erlebt, indem ich mit der rohen Natur und über das ekelhafteste Mein und Dein im Streite lag. Heute bin ich meinen alten Pachter erst los geworden und nun gibt es so manches zu besorgen und zu bedenken, da er neue erst Johannis anzieht. Ich glaube daher kaum daß ich Sonnabends kommen werde. Nehmen Sie sich doch einer Leseprobe vom Nathan einstweilen an, bis ich eintreffe, denn ohne Leitung würden sich die Leute gar nicht zu helfen wissen; es ist ein ehr undankbares Geschäft, doch kann man es nicht ganz los werden.

Einer Vorstellung Ihrer Jungfrau möchte ich nicht ganz entsagen. Sie hat zwar große Schwierigkeiten, doch haben wir schon große genug überwunden, aber freilich wird durch theatralische Erfahrungen Glauben, Liebe und Hoffnung nicht vermehrt. Daß Sie persönlich etwas Besseres thun können als sich einer solchen Didaskalie zu unterziehen bin ich selbst überzeugt; es käme darauf an ob ich bei meiner jetzigen Halbthätigkeit dazu nicht am besten taugte; doch davon wird sich reden lassen, wenn wir wieder zusammen kommen.

Ich habe der Versuchung nicht widerstehen können, mir einen Spaziergang hier anzulegen, da man vorher keinen Schritt im Trocknen thun konnte bei feuchtem Wetter und keinen im Schatten bei Sonnenschein. Nun hat mich das etwas weiter geführt als billig, und ich muß hier bleiben bis die Anlage fertig ist, weil sie mir zuletzt noch verpfuscht werden könnte. Leben sie indessen wohl in einer bessern Welt und sinnen Sie auf neue Schöpfungen zu unserer Freude.

G.

H 816 | S 818 | B 820

Keine Kommentare

827. An Goethe

Weimar, den 28. April 1801

Sie verlieren doch etwas, daß Sie diese musikalische Woche versäumen, wo Tanz und Gesang sich zu unserer Ergötzlichkeit vereinigen. Gern hat uns durch seine schöne Stimme im Sarastro sehr viel Freude gemacht; im Tarare hat er weniger befriedigt, denn die gewaltsame brusque Person widersteht seiner weichen Sprache.

Die Tänzer welche am Montag im Intermezzo sich sehen ließen, haben die Weimarianer in eine zweifelhafte Verwunderung gesetzt; man ist an die seltsamen Stellungen und Bewegungen, wo das Bein ganz lang nach hinten oder nach der Seite ausgestreckt wird, nicht gewöhnt. Sie sehen unschicklich, indecent und nichts weniger als schön aus. Aber die Leichtigkeit und Flüchtigkeit und das musikalische Maß hat sehr viel Ergötzendes.

Cotta ist in diesen Tagen durchgereist, hat sich aber nur einige Stunden aufgehalten, und wird auf seiner Rückreise etwas länger bleiben, wo er auch Sie hier zu finden hofft. Er hat den Kupferstecher Müller aus Stuttgart mitgebracht, den Sie auch schon von Person kennen, so viel ich weiß. Es ist ein braver Mann, aber der Mann und seine Kunst erklären einander wechselweise; er hat ganz das Sorgfältige, Reinliche, Kleinliche und Delicate seines Griffels. Es sind auch vier Zeichnungen Wächters zum Wallenstein mitgekommen, die zu vielerlei Betrachtungen, besonders wieder über die Wahl der Gegenstände, Anlaß geben. Aber es ist etwas recht Tüchtiges, Charakteristisches und Kräftiges darin. Meyer hat sie noch nicht gesehen, ich bin neugierig ob er den Künstler erräth.

Der Nathan ist ausgeschrieben und wird Ihnen zugeschickt werden, daß Sie die Rollen austheilen. Ich will mit dem Schauspielervolk nichts mehr zu schaffen haben, denn durch Vernunft und Gefälligkeit ist nichts auszurichten, es gibt nur ein einziges Verhältniß zu ihnen, den kurzen Imperativ, den ich nicht auszuüben habe.

Die Jungfrau habe ich vor acht Tagen dem Herzog schicken müssen und habe sie noch nicht aus seinen Händen zurück erhalten. Wie er sich aber gegen meine Frau und Schwägerin geäußert, so hat sie, bei aller Opposition, in der sie zu seinem Geschmacke steht, eine unerwartete Wirkung auf ihn gemacht. Er meint aber, sie könne nicht gespielt werden, und darin könnte er Recht haben. Nach langer Berathschlagung mit mir selbst, werde ich sie auch nicht auf’s Theater bringen, ob mir gleich einige Vortheile dabei entgehen. Erst rechnet Unger, an den ich sie verkauft habe, darauf, daß er sie als eine vollkommene Novität zur Herbstmesse bringe; er hat mich gut bezahlt und ich kann ihm hierin nicht entgegen seyn. Dann schreckt mich auch die schreckliche Empirie des Einlernens, des Behelfens und der Zeitverlust der Proben davon zurück, den Verlust der guten Stimmung nicht einmal gerechnet. Ich trage mich jetzt mit zwei neuen dramatischen Süjets, und wenn ich sie beide durchdacht und durchgeprüft habe, so will ich zu einer neuen Arbeit übergehen. Leben Sie recht wohl und kommen ja auf den Sonnabend her.

Sch.

H 815 | S 817 | B 819

Keine Kommentare

826. An Schiller

Oberroßla, den 27. April 1801

Indessen Sie allerlei außerordentliche theatralische Ergötzlichkeiten genießen, muß ich auf dem Lande verweilen und mich mit allerlei gerichtlichen Händeln, Besuchen in der Nachbarschaft und sonstigen realistischen Spässen unterhalten. Kann ich es möglich machen, so komme ich Sonnabends. Sagen Sie mir doch ein Wort wie es mit Nathan geht, und ob die tapfere Jungfrau sich weiters producirt hat. Von mir kann ich weiter nichts sagen als daß mir der hiesige Aufenthalt physisch nicht übel bekommt und daß ich wohl damit zufrieden seyn kann, da ich von meinem reconvalescirenden Zustand ohnehin keine Wunder erwarten darf. Leben Sie recht wohl und erfreuen mich bald mit einigen Zeilen.

G.

H 176 | S 175 | B 176

Keine Kommentare

825. An Schiller

Weimar, den 20. April 1801

Nehmen Sie mit Dank das Stück wieder. Es ist so brav, gut und schön, daß ich ihm nichts zu vergleichen weiß.

Lassen Sie uns gegen Abend zusammen spazieren und zusammen bleiben.

Morgen geh’ ich wieder auf’s Land.

G.

H 813 | S 815 | B 817

Keine Kommentare

824. An Goethe

[Weimar, den 18. April 1801.]

Hier sende ich Ihnen das verlangte Werk, nebst dem Entwurf der Rollenbesetzung. Auf dem Exemplar für’s Theater sind ungefähr sechs Blätter weniger.

Den Nathan will ich heute vornehmen und Ihnen auf den Abend in der Oper eine Definitivantwort darüber sagen.

Sch.

H 818 | S 814 | B 816

Keine Kommentare

823. An Schiller

Weimar, den 15. April 1801

Auch ich freue mich recht sehr wieder in Ihrer Nähe zu seyn und besonders an diesem Tage anzukommen der eine solche Epoche macht.

Heute Abend um sieben Uhr finden sie mich zu Hause. Will Niethammer zum Abendessen auch von den Unsern seyn, so heiße ich ihn willkommen.

Viele Grüße an Ihre liebe Frau, der ich noch einen Dank für ihren Freundlichen Brief schuldig bin.

Viel Glück zur Vollendung Ihres Werkes.

G.

H 812 | S 813 | B 815

Keine Kommentare