735. An Schiller

Weimar, den 16. Februar 1800

Ich freue mich sehr, daß die Aderlässe gut bekommen ist.

Anbei schicke ich das englische Lexikon. Für das übrige will ich sorgen.

Von den Piccolominis habe ich nichts Bedeutendes gehört als was wir wissen, Zuschauer waren 422.

Vielleicht besuche ich Sie gegen sechs Uhr. Nach sieben Uhr muß ich mich wieder entfernen.

G.

H 725 | S 725 | B 728

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734. An Schiller

Weimar, den 14. Februar 1800

Mögen sie uns heute um sechs Uhr besuchen, sollen Sie uns herzlich willkommen seyn.

Ich wünschte daß Sie Meyers Wallenstein auf der jetzigen Stufe der Ausführung sähen; indem man so ein Bild werden sieht, weiß man zuletzt eher was es ist.

Auch wünschte ich den Schluß Ihres Macbeths zu vernehmen und durch freundschaftliche Mittheilung an Lebenslust zu gewinnen.

G.

H 724 | S 724 | B 727

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733. An Schiller

Weimar, den 12. Februar 1800

Mögen Sie heute Abend nach geendigtem Schauspiel sich zu mir verfügen, so sollen Sie, nach einer halben* Viertelstunde einen deutlicheren Begriff von den Mondshöhen und Tiefen mit hinwegnehmen, so wie es mich sehr freuen wird Sie nach einer so langen Pause wieder bei mir zu sehen.

G.

H 723 | S 723 | B 726

* So H, recte: kalten

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732. An Schiller

Weimar, den 12. Februar 1800

Es rückt nun die Zeit heran daß wir die Rolle der Neubrunn in Wallenstein besetzen müssen, da sie Madame Vohs, nach dem Theaterherkommen, nicht wohl zuzumuthen ist. Ich schlage daher Demoiselle Caspers vor, welche, nach dem was wir neulich von ihr gesehen haben, auch diese Rolle ganz gut geben wird, um so mehr da sie mit Demoiselle Jagemann in Verhältniß steht. Auch wird es gut seyn sie durch diesen kleinen Versuch in die rhythmische Sprache des Trauerspiels einzuführen.

Heute Nachmittag hören Sie mehr von mir.

G.

H 722 | S 722 | B 725

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731. An Schiller

Weimar, den 11. Februar 1800

Mögen Sie sich heute Abend wohl in dieser starken Kälte zu mir verfügen, so wünsche ich daß Sie um sechs Uhr kommen, damit wir den Macbeth hinauslesen.

Um sieben Uhr, da der Mond aufgeht, sind Sie zu einer astronomischen Partie eingeladen, den Mond und den Saturn zu betrachten, denn es finden sich heute Abend drei Telescope in meinem Hause.

Sollten Sie aber die warme Stube vorziehen, so wird Ihnen Freund Meyer Gesellschaft leisten, der die Mondsberge so sehr wie die Schweizerberge, und die Gestirne so sehr als die Kälte mit einem herzlichen Künstlerhaß verfolgt.

G.

H 712 | S 721 | B 724

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